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  • Ann-Kathrin

(B)ENGEL weckt Erinnerungen

Fast jeder hat ein Poesiealbum zu Hause? Diese Annahme ist sehr wahrscheinlich richtig. (B)ENGEL freute sich über Reaktionen auf seinen Leseraufruf in der Printausgabe von WN/OZ von Donnerstag, 23. Januar, und hat hier die Zuschriften zusammengefasst. Ihnen allen gemein ist: Es lohnt sich, zurückzublättern und in Erinnerungen zu schwelgen.


So ging es unter anderem Gabriele Ullirch-Stark. Die 69-jährige Pfälzerin hatte als Schülerin immer wieder Poesiealben, vor allem während ihrer Zeit in der Volksschule. Sie erinnert sich an den Spruch, den sie selbst als Schülerin gerne in die Poesiealben ihrer Freunde geschrieben hat:


"Ich hab mich hinten angewurzelt, dass niemand aus dem Album purzelt."



(B)ENGEL hat einige Zuschriften auf einen Leseraufruf bekommen, unter anderem von Traudel Volkamer aus Oberflockenbach.

Auch Doris Ziegler aus Laudenbach hat mit (B)ENGEL ihren Lieblingsspruch geteilt, den die heute 62-Jährige damals gerne in die Poesiealben ihrer Schulkameraden geschrieben hat:


„Vergesse nie die Heimat, wo deine Wiege stand, du findest in der Ferne kein zweites Heimatland.“


Warum sie gerne in die Alben ihrer Freunde geschrieben hat? „Weil es Spaß gemacht hat und man sich mit einem schönen Spruch in dem kleinen, bunten Buch verewigt hat“, schreibt sie uns.


„Mein Album habe ich immer gehegt und gepflegt“

Ihre Erinnerungen, auch anhand zahlreicher Fotos, hat auch Traudel Volkamer aus Oberflockenbach mit der (B)ENGEL-Redaktion geteilt. Die 67-Jährige erinnert sich: „Ich kam 1959 in die Schule und es gab in der Grundschule nur reine Mädchenklassen. Fast jedes Kind kam nach Weihnachten mit einem Poesiealbum zum Unterricht. Die Zeiten waren noch nicht so hektisch: Somit konnten sich die Lehrer und Lehrerinnen in unseren Alben verewigen.“ Sie selbst hat als Schülerin gerne Sprüche in die Alben ihrer Klassenkameradinnen geschrieben. Und ihr Album hat sie wie einen Schatz behandelt: „Ich habe es immer gehegt und gepflegt“, schreibt sie. Im vergangenen Jahr kam es, nach über 50 Jahren, wieder zu einem Klassentreffen. Die Freundschaften halten schon seit Jahrzehnten und weit über die Einträge der Poesiealben hinaus, und das vor allem auch dank Social Media: „Dank Facebook, WhatsApp und Co, bestehen noch Kontakte bis nach Kanada“, schreibt sie. Und welcher ist ihr Lieblingsspruch? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, aber dieser Satz von ihrer Freundin Rosemarie gehört sicherlich dazu:


„Sei ein Mensch, der seine Wege geht, schlicht und einfach und unbeirrt, der wie ein Leuchten im Leben steht, in dessen Nähe man besser wird.“


In Sütterlinschrift verfasst

Eine Schwierigkeit, die sich aus heutiger Sicht beim Durchblättern alter Poesiealben ergibt, ist das Lesen der Sprüche, die teilweise in Sütterlinschrift verfasst wurden. In Sütter- was? Sütterlin hat nichts mit Slytherin zu tun, auch wenn die beiden Wörter ähnlich klingen. Letzteres dürfte Harry-Potter-Fans bestens bekannt sein, handelt es sich doch um eines der vier Häuser an der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Die Sütterlinschrift, die nach dem deutschen Grafiker L. Sütterlin benannt ist, wurde von 1915 bis 1940 an deutschen Schulen verwendet. Das macht das Lesen für uns heute schwierig. Auch Barbara Rüweler kann das nachempfinden, obwohl sie die Sütterlinschrift noch lesen kann. „Das Album meiner Tante ist über Erbschaft zu mir gekommen, denn ich habe es mit Sicherheit bei meiner Flucht 1958 aus der DDR nicht mitgenommen. Das Album bedeutet mir ein Stück Familie“, schreibt sie. In diesem Album sind Sprüche von 1914 bis 1920 enthalten. Einer von ihnen lautet:


„Drei Dinge braucht der Mensch in den Stürmen des Lebens: Mut im Unglück, Demut im Glück und Edelmut zu allen Zeiten.“


„Es war die Zeit des Ersten Weltkriegs und meine Tante Hildegart war ein Schulkind“, schreibt Rüweler. Sie selbst besaß als Kind ebenfalls ein Album, denn diese waren „sehr beliebt“. Und wer weiß: Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit, ein Poesiealbum im Freundeskreis herumzugeben? Dafür ist es nie zu spät.



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