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Buchtipp: „Dem Horizont so nah“

„Jessica ist jung, genießt das Leben und schaut in eine vielversprechende Zukunft. Dann trifft sie Danny. Sofort ist sie von ihm fasziniert, denn trotz seines guten Aussehens und selbstbewussten Auftretens scheint ihn ein dunkles Geheimnis zu umgeben (..).“


Dieser Klappentext des ersten, 2016 erschienenen, Romans von Autorin Jessica Koch (37) führt den Leser auf die falsche Fährte. Wenn man ihn so liest, käme man auf die Idee, es würde sich um das Hirngespinst einer mittelalten, deutschen Hausfrau handeln, die in ihrer Ehe nie die Spannung bekam, die sie sich in ihren Teenagerjahren erträumte.


Hat man den 464 Seiten langen Roman dann aber gelesen, erkennt man, dass es sich um die autobiografische und dramatische erste Liebe der, im Roman noch jungen, Autorin handelt.


Jessica Koch erzählt berichtend und in Monate unterteilt, die mitnehmende und bewegende Geschichte ihres ersten Freunds Danijel Taylor zur Jahrtausendwende in Baden-Württemberg. Danny, wie ihn jeder nennt, ist Model und Fitnesstrainer und fühlt sich auf, für Jessica unerklärliche Weise, zu der Auszubildenden hingezogen. Jedoch erfährt sie neben romantischer Zuneigung auch eiskalte Abfuhren. Jessica lernt im Laufe des Romans auch Dannys Mitbewohnerin Christina kennen, die ein schon unheimlich nahes Verhältnis gegenüber Danny zu haben scheint.


Danny und Tina verbindet deren, weit in der Vergangenheit liegenden, Familientraumata. Sie haben beide mit schweren Schicksalen zu kämpfen, die den Leser mitnehmen, wie keine anderen. Man nähert sich den Charakteren an und fiebert immer mehr bei ihrem „Kampf um ein normales Leben“ mit. Der so reale Romanaufbau bewegt den Leser - gerade durch diese Realitätsnähe und lässt einen auch noch, nachdem man den Roman beiseitegelegt hat, weiter darüber nachdenken.


Stilistisch ist das Buch nicht besonders anspruchsvoll gestaltet. In ihrem Debutroman achtet Jessica Koch mehr auf die genaue Wiedergabe der Ereignisse. Dies verbessert sogar, entgegen der ersten Erwartung, sogar den Roman, weil das Thema der realitätsnahen Erzählung dadurch gewinnt.


Dannys Geschichte kann der, nun zum Fan gewordene, Leser in den beiden Nachfolgeromanen „Dem Abgrund so nah“ und „Dem Ozean so nah“ weiter in Erfahrung bringen. Dort wird detaillierter auf die Vergangenheit Dannys eingegangen und einem erscheinen, im ersten Band noch fragwürdige Verhaltensweisen des Models, auf einmal logisch und nachvollziehbar.


Es sei vielleicht auch noch gesagt, dass der Roman, entgegen der im Klappentext angedeuteten Atmosphäre, alles andere ist als seicht. Gerade auch der Fortsetzungsband ist harte Kost und die Bücher behandeln Thematiken wie Kindheitstraumata, Drogen, Krankheit und sexuelle Themen.


Aktuell ist dieses Buch als Leseempfehlung relevant, da ab dem 10. Oktober die Verfilmung des Romans auf den Leinwänden zu sehen ist. In der deutschen Produktion mitspielen werden unter anderem: Luna Wedler, Jannik Schümann und Luise Befort.

Von Simon Bitsch

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