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  • Stephi

Die erste Wohnung

Tschüss, Hotel Mama, hallo meine eigenen vier Wände. Das war´s jetzt mit dem bequemen Leben und den ganzen „all inclusive-Leistungen“. Aber es war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mit meinen sieben Sachen endlich aus dem gemachten Nest raus musste.


Durch einen Zufall habe ich recht schnell eine Wohnung gefunden. Zum Glück sogar ohne die langwierige Prozedur, bei der ich neben anderen Mitbewerbern glänzen und einen gefühlt endlosen Unterlagenkatalog mit Informationen zu mir haben musste. Aber dafür die zahlreichen Fragen und Aussagen meiner Eltern „Kannst du dir das auch wirklich leisten?“ „Ich putze und wasche nicht mehr für dich.“ „Dann musst du immer selbst kochen.“ und so weiter. Aber so ist es eben, wenn es Eltern nur gut meinen.


Da ich mir schon vor der Wohnungssuche eine genaue Liste mit Ausgaben aufgeschrieben habe, war mir bewusst, was ich mir leisten konnte und was nicht. Es gehört eben dazu, dass jeden Monat neben Miete auch andere Rechnungen bezahlt werden müssen, dass aber auch das Treppenhaus sauber sein muss und dass man mit seinen vielen Online-Bestellungen nun kürzer treten muss. Geschweige denn der ganze Papierkram am Anfang: die GEZ-Anmeldung hier, ein Termin für den Internetanschluss finden da und die Ummeldung dort.


Es gehört auch dazu, dass man sich mit schwierigen Situationen auseinandersetzt und daran wächst. Es heißt auch nicht umsonst: erwachsen werden. Aber jeder fängt mal klein an. Und es gibt so viele schöne Seiten, wenn man alleine wohnt, die das alles wieder wett machen.


Die positiven Seiten

Als die helfenden Hände kamen, um zu streichen und die Möbel aufzubauen, konnte ich anschließend dem nachgehen, worauf ich mich schon die ganze Zeit freute. Die Wohnung einrichten und dekorieren. Das typische Frauending eben. Und was das Klischee noch vollkommen erfüllte: Es ging zum beliebten schwedischen Möbelhaus. Mit den besten Tetris-Kenntnissen landeten neben Kerzen natürlich auch sinnvolle Dinge in meinem Auto.


Es gibt aber noch so viele andere Vorteile, die eine eigene Wohnung mit sich bringt. Man muss sich nach keinem richten, man muss sich kein Wettrennen geben, damit man zuerst im Bad ist, man kann mit gutem Gewissen auch mal einen Tag später Saugen und wenn irgendwo eine Spinne ist, ist es definitiv nur dein Problem. Man kann Freunde einladen, wann und wie man möchte. Man wird nicht mehr belehrt, was nicht unbedingt positiv sein muss, aber man sammelt endlich eigene Erfahrungen.


Nachdem ich mich kurze Zeit später gut eingelebt hatte, kam die Routine auch von ganz alleine. Ich hatte feste Tage, wann ich putzte und wann ich einkaufen ging. Außerdem hatte ich die besten Nachbarn der Welt. Denn meine vielen Online-Bestellungen lagen schon, nach dem ich von der Arbeit kam, vor meiner Haustür. Und von wegen: „Ich werde nichts mehr für dich machen, wenn du mal ausgezogen bist“... Meine Mama freut sich immer, wenn ich hin und wieder zum Essen vorbeikomme. Und mein Papa freut sich sogar, wenn er bei mir zu Hause etwas reparieren darf 😉.


Bild: unsplash/deborah-diem

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