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  • Anna

Die Wegwerfware Kleidung... und wie es anders geht!

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in diesem Jahr (worauf ich sehr stolz bin, es ist ja immerhin schon September!) in einem Geschäft, das kein Second-Hand Laden war.

Eigentlich finde ich dort alles, was ich brauche.

Außer Hosen. Meine waren nun leider nicht mehr zu retten, es war Zeit für eine neue.

Also los in den Laden: Die Masse an Kleidung überwältigt, man sieht Schnäppchen und angesagte Teile, soweit das Auge reicht.

Wenn es so schön günstig ist, dann kann man ja auch gleich mehrere Sachen mitnehmen, man kann sich ja "mal" was gönnen.

Shoppen ist für viele Menschen ein echtes Hobby geworden.

Warum ihr euch ganz dringend eine andere Freizeitbeschäftigung suchen solltet und was die Alternativen zu "Fast Fashion" sind, erfahrt ihr in diesem Beitrag.



"Fast jeder Zweite gibt an, innerhalb weniger als einem Jahr Schuhe, Oberteile und Hosen auszusortieren. Spätestens nach drei Jahren werden mehr als die Hälfte der Oberteile, Hosen und Schuhe ausgemustert. Jacken, Mäntel und Kleider überleben hingegen meist mehr als 3 Jahre, bevor sie ausrangiert werden. Insgesamt regiert mehr und mehr die Kurzlebigkeit: Fast die Hälfte der Befragten hat in den letzten 6 Monaten Kleidung weggeworfen."

(Quelle: Umfrage von Greenpeace aus dem Jahr 2015, hier geht's zum vollständigen Dokument)


Krass, oder?


Laut einem weiteren Report von Greenpeace, diesmal aus dem Jahr 2017 hat sich der Absatz von Kleidung hat sich zwischen 2002 und 2015 fast verdoppelt: von einer Billion US-Dollar auf 1,8 Billionen US-Dollar. Bis 2025 werde mit einem weiteren Anstieg auf 2,1 Billionen US-Dollar gerechnet.

Die weltweite Bekleidungsproduktion verdoppelte sich von 2000 bis 2014. Im Jahr 2014 wurden mehr als 100 Milliarden (!) Kleidungsstücke neu produziert.

Vom deutschen Verbraucher werden pro Jahr durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke gekauft, getragen werden sie jedoch nur halb so lange wie noch vor 15 Jahren.


Krass, oder?


Habt ihr euch einmal gefragt, was mit all den Klamotten passiert, die bis zum Ende einer Saison und auch im Schlussverkauf nicht unter die Leute gebracht werden?

Viele Unternehmen (klar, es sind nicht alle und hier soll nichts pauschalisiert werden) schreddern die Sachen, die man auch problemlos an wohltätige Zwecke spenden könnte. Es muss schließlich Platz für die neue Kollektion geschaffen werden.


Krass, oder?


An dieser Stelle lassen wir einfach mal dieses Video stehen, das die Herstellungsbedingungen unserer billigen Fast Fashion Produkte und die Folgen, die unser unstillbarer Hunger nach den neusten Trends für die Umwelt hat, thematisiert.





Wie es anders geht?


Nur meckern ändert natürlich nichts. Deswegen kommen zum Abschluss noch ein paar Tipps, wie ihr euch Schritt für Schritt von Fast Fashion lossagen könnt (wenn ihr es denn wollt):


Diesen Sommer waren an gefühlt jedem zweiten Oberteil Knopfleisten angebracht. Ein alter Hut, das gabs nämlich alles schonmal.

Second-Hand kaufen: Die beste und nachhaltigste Alternative zu Fast Fashion ist der Second Hand Laden. Auch Trendsetter werden hier fündig, denn viele Klamotten, die "damals" hip waren, kommen nun wieder in Mode. Second-Hand ist dabei sogar doppelt chic: Die Sachen kupfern den Vintage-Stil nämlich nicht ab, sondern sind es tatsächlich.


Ihr staubiges und muffiges Image haben die Läden längst abgelegt. Wer nach den Trends von heute sucht, wird in diesen Schatztruhen schnell fündig. Noch besser: Was ihr hier findet, sind Unikate und keine Sachen, die wirklich jeder im Schrank hat!


Wenn ihr Shopping-Mäuse und Mäuseriche seid, schnappt euch doch bi eurer nächsten Tour eure Begleitung und bummelt zur Abwechslung mal durch einen Second-Hand-Laden.


Für Internet-Shopper: Um aus zweiter Hand zu kaufen müsst ihr euch nicht einmal mehr in einen Laden bewegen. Es gibt zahlreiche Apps und Internetseiten, auf denen ihr bequem neue alte Lieblingsteile finden und eure ausrangierten Teile einstellen könnt.




Alte Sachen verkaufen, tauschen oder verschenken:

Wie gerade oben genannt gibt es zahlreiche Portale, bei denen ihr alte, aber intakte Kleidung einstellen könnt. Natürlich könnt ihr sie auch in einem Second-Hand-Laden abgeben und so euer Sparschweinetwas aufbessern.

Habt ihr schonmal von Kleidertausch-Parties gehört? Der Name erklärt es eigentlich schon recht gut. In vielen Städten werden sie auf öffentlichen Plätzen veranstaltet. Das geht natürlich auch im kleineren Rahmen mit Freunden und Bekannten.



Leihen statt kaufen: Ein wichtiger Anlass steht an? Da muss natürlich eine passe Robe her! Aber warum für teuer Geld kaufen, was bei anderen vielleicht ungenutzt im Schrank hängt? Fragt doch einfach bei Freunden herum, ob sie nicht das passende für euch haben.



Reparieren (lassen) statt Wegwerfen: Der Lieblingspulli hat ein Loch? Die Absätze eurer Schuhe sind abgetreten und sehen nicht mehr schick aus? Kein Grund, die Sachen wegzuwerfen: Mit ein paar einfachen Kniffen kann man kleinere Schäden problemlos selbst ausbessern. Schaut doch mal bei YouTube und Co., dort gibt es jede Menge Tutorials!

Schuhe könnt ihr in Reparatur bringen, das kostet bedeutend weniger, als sich ein Paar zu kaufen. Zu weite oder zu lange Hosen und andere Teile könnt ihr bequem in die Änderungsschneiderei bringen, mit ein paar Handgriffen ändert die euch eure Sachen nach Wunsch ab.


Lust auf eine kleine Herausforderung? Bei der #10x10challenge auf Instagram könnt ihr zeigen, ob und wie gut ihr mit zehn Kleidungsstücken für zehn Tage zurecht kommt. Soviel sei gesagt: Es funktioniert.


Der wahre Trend: Verzicht auf Fast-Fashion :)

Jede Möglichkeit aufzuzählen, wie man Fast-Fashion aus dem Weg gehen kann, sprengt hier schlichtweg den Rahmen.

Wir werfen einfach mal noch ein paar Optionen in den Raum:


Faire Kleidung kaufen, Upcycling, langweilig gewordene Sachen aufpimpen oder einfach mal nichts neues kaufen.

Ihr werdet merken, dass ihr trotzdem nicht nackt dastehen werdet ;)


#fastfashiondetox



Quellen: Greenpeace (2015): Wegwerfware Kleidung, Repräsentative Greenpeace-Umfrage zu Kaufverhalten, Tragedauer und der Entsorgung von Mode


Greenpeace (2017): Konsumkollaps durch Fast Fashion



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