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  • Ann-Kathrin

Do it like Spider-Man

Man liest das Wort immer häufiger: Bouldern. Dabei handelt es sich um eine Spielart des Kletterns. Boulderhallen schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden, auch in der Region sind etliche zu finden. Aber warum ist das Bouldern so in? „Die Einstiegshürden sind sehr gering. Man kann einfach loslegen“, sagt Nina Himmer. Sie ist eine leidenschaftliche Boulderin, die gemeinsam mit Freunden den Sport betreibt und sogar über ihr liebstes Hobby im Netz bloggt.


Unter bouldern versteht man das Klettern in Absprunghöhe – ohne Seil, ohne Gurt und ohne Sicherungspartner. Boulder ist der englische Begriff für „Felsbrocken“ – ursprünglich hatte man diesen Sport im Freien betrieben. Einst war das Bouldern eine Trainingsform, mit der Kletterer Maximalkraft und schwere Züge geübt haben. Heute turnen immer mehr Menschen wie Spider-Man an künstlichen Boulderwänden in der Halle, der Sport wird seit der Jahrtausendwende immer beliebter.


Nina beim Boulden unter freiem Himmel im spanischen Albarracin.


„Man braucht kein teures Equipment und keine langjährige Ausbildung“, sagt Himmer. Loslegen kann jeder, der Lust dazu hat – das Alter spielt dabei erstmal keine Rolle. „Ein Boulderführerschein wird von den meisten Hallenbetreibern nur von Kindern verlangt. Manche Hallen erklären die Basics und geben (oft kostenlose) Einsteigerkurse, aber das ist kein Muss. Jeder Erwachsene kann jederzeit das Bouldern ausprobieren. Einfach Kletterschuhe leihen, die Hände mit Magnesium für die Griffigkeit einreiben und los geht’s“, sagt die Hobbysportlerin.



„Die Einstiegshürden sind zwar gering, der Sport setzt aber auch nach oben keine Grenzen und ist daher auch für Erfahrene immer eine Herausforderung."


Klimmzüge, Spagate an der Wand oder auch wilde Sprünge „Die Einstiegshürden sind zwar gering, der Sport setzt aber auch nach oben keine Grenzen und ist daher auch für Erfahrene immer eine Herausforderung. Einarmige Klimmzüge, Spagate an der Wand, wilde Sprünge, das Nutzen von winzig kleinen Griffen, um den gesamten Körper hochzuziehen – all das gehört zum Bouldern auch dazu“, betont sie. Vorsicht ist bei jedem Beginn einer neuen Sportart geboten. Die maximale Boulderhöhe in den Hallen beträgt viereinhalb Meter, Weichbodenmatten dämpfen Stürze. „Beim Landen muss man darauf achten, in die Knie zu gehen und schön abzufedern“, erklärt Himmer.


„Nicht in jedem Bundesland ist das Bouldern in der Natur erlaubt“

„Wenn einem das Bouldern Spaß macht, sollte man sich Techniken in einem Einsteigerkurs aneignen oder von Fortgeschrittenen lernen“, sagt sie, die selbst vor fünf Jahren über Freunde diesen Sport für sich entdeckt hat und seitdem drei- bis viermal die Woche betreibt. Wer die Technik über mehrere Monate trainiert hat, kann sich auch beim Bouldern im Freien versuchen, wobei man dort nur mit erfahrenen Sportlern unterwegs sein sollte und mehr Ausrüstung braucht. Im Vorfeld sollte man nicht nur trainieren, sondern sich auch informieren, an welchen Felsen man überhaupt bouldern darf. „Nicht in jedem Bundesland ist das Bouldern in der Natur erlaubt“, sagt Himmer.


Drei Techniktipps für Einsteiger Drei Techniktipps für Einsteiger kann Himmer geben:

  1. Die Arme lang lassen und nur im Moment des Zugs beugen und ziehen. Das spart Kraft.

  2. Auf die Füße achten. Wer aus den Füßen drückt, entlastet die Arme. Man sollte darauf achten, wo man hintritt und immer nur die Fußspitzen auf den Tritten platzieren, damit die Füße genug Bewegungsspielraum haben.

  3. Eindrehen. Oft hilft es, nicht frontal an der Wand zu stehen, sondern schräg zur Wand – das vergrößert die Reichweite und spart Kraft.

Bouldern trainiert den ganzen Körper, denn alle Muskelgruppen werden beansprucht, aber es trainiert auch den Kopf – „Bouldern macht den Kopf frei, man kann dabei wunderbar das Gedankenkarussell abschalten, weil man sich nur auf den nächsten Zug konzentriert.“


Ihr Hobby führt sie in viele Länder, so zum Beispiel auch nach England.


Ein Blog für die Menschen, die an diesem Sport hängen Ganz nach dem Motto „Raufwagen und runterkommen“ bloggt die freie Journalistin gemeinsam mit einer Kollegin und zwei Fotografen seit November 2017 über das Bouldern und die Menschen, die an diesem Sport hängen. Dabei geht es um „die Liebe fürs Vertikale“, wie Himmer sagt.


"Bei unserem Blog geht es um die Liebe fürs Vertikale“

"Braucht es eure Seite echt noch zwischen all den coolen Blogs und Online-Magazinen?", fragen die Macher selbst auf ihrem Blog und liefern auch gleich die Antwort mit: "Klar! Das müssen wir natürlich sagen. Aber was uns bisher tatsächlich gefehlt hat, ist eine Plattform für Normalos wie uns. Für begeisterte Stümper, deren Leidenschaft dicker ist als Waden und Bizeps. Für alle, die lernen, nachholen und entdecken wollen. Und die ab und zu ein bisschen mehr Hochmut gebrauchen können."



Auch Fotograf Simon Hofmann, der über Himmer zum Bouldern gekommen ist, gehört zum Blogteam. „Bouldern ist für mich nicht der klassische Fitness-Sport wie beispielsweise alleine Joggen zu gehen. Es hat auch eine große soziale Komponente, da man es mit Freunden auf jedem Leistungsniveau zusammen machen kann – jeder in seiner Route, aber dennoch zusammen an der Wand“, sagt er und fügt hinzu: „Sportlich gesehen ist es eine für mich perfekte Kombination aus Kraft und Koordination, da es nicht primär um Kraft, sondern auch enorm viel um Technik und Körpergefühl geht.“


Die beiden sind sich einig: Bouldern ist mehr als nur ein Sport, es ist eben auch ein Lebensgefühl. Das Bouldern im Freien habe seinen ganz eigenen Reiz, „raus an den echten Felsen zu gehen ist ein echtes Highlight“, sagt Hofmann. „Wenn man draußen ist, lernt man auch die Länder und seine Menschen ganz anders kennen, wie zum Beispiel an Spaniens Felsen fernab vom Meer“, sagt Himmer. Auch darüber kann man mehr auf dem Blog „Hochmut“ lesen, der ein Herzensprojekt der vier leidenschaftlichen Boulderer ist.


Zum Blog geht’s unter der Adresse www.hochmut.de


Bouldern in der Region

(Adressen und Ansprechpartner wegen der einzelnen Nutzungsbedingungen): Bitte Informiert euch vorab über die aktuellen Hygienemaßnahmen.


  • Mannheim, Boulder Island, Industriestraße 39. Telefon: 0621/39187898, team@boulderisland.de

  • Mannheim, Boulderhaus, Birkenauerstraße, TOR 2. Telefon: 0621/72480706, mannheim@boulderhaus.de

  • Heidelberg, Boulderhaus, Im Bosseldorn 25/1. Telefon: 06221/8729627, heidelberg@boulderhaus.de

  • Darmstadt, Boulderhaus, Landwehrstraße 75. Telefon: 06151/6676674, darmstadt@boulderhaus.de

  • Pfungstadt, Studio Bloc, Gottlieb-Daimler-Straße 6. Telefon: 06157/3091588, info@studiobloc.de

  • Weitere Spots im Outdoor-Bereich: Über Spots unter freiem Himmel der Region informiert unter anderem der Boulderführer „Odenwald“ von Sascha Jung.

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