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  • Ann-Kathrin

Fastnacht an 365 Tagen im Jahr

Wir befinden uns mitten in der heißen Phase der Fastnacht. Bereits seit mehreren Wochen wundern wir uns gar nicht mehr darüber, wenn an der Ampel ein Clown neben uns steht oder ein Einhorn an der Bar einen Cocktail bestellt. Für Familie Fortmann-Jobke aus Bürstadt hört der Verkleidungswahnsinn aber auch nach Aschermittwoch nicht auf: Sie betreibt ein Kostümierungsgeschäft und zählt während der tollen Tage rund 200 Besucher an einem gewöhnlichen Wochentag – „bei uns geht es aber an jedem Tag im Jahr um Verkleidungen“, sagt Inhaberin Diana Fortmann-Jobke.


Dass man nicht nur in Mainz, Köln oder Düsseldorf gut Fastnacht feiern kann, das wissen wir schon längst. „Wir sind eine starke Fastnachtsregion“, sagt auch Diana Fortmann-Jobke. Und sie muss es wissen. Seit mittlerweile 20 Jahren verkauft ihre Familie Kostüme zur Fastnacht, aber auch über das ganze Jahr hinweg sind Verkleidungen gefragt. Woran es wohl liegt, dass sich die Menschen so gerne verkleiden? „Es geht beim Verkleiden darum, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Wenn man für einen Abend etwas anderes verkörpert, jemand anderes ist, dann fühlen sich viele selbstsicherer und auch entspannter“, sagt Fortmann-Jobke. Und außerdem macht es einfach Spaß.


In zwei Jahrzehnten hat sie schon einige Trends bei Kostümen erlebt, denn „die Faschingstrends sind der Mode unterworfen“, erklärt sie. Ist beispielsweise gerade Blumenprint gefragt, schlägt sich das auch im Angebot der Kostüme nieder. Dieses Jahr kommen die Narren an den 20er-Jahren nicht vorbei – „dieses Jahrzehnt war auch schon Motto bei vielen Silvesterpartys im vergangenen Jahr“, sagt die 47-jährige Bürstädterin. Aber auch Einhorn-Kostüme und Verkleidungen passend zu den 80er-Jahren gehören zu den zurzeit am meisten nachgefragten Kostümen.


Ideengeber und Trendsetter: Von Michael Jackson bis Dieter Thomas Kuhn Der Trend zu Schlagerpartys à la Dieter Thomas Kuhn – Fortmann-Jobke nennt es „Schlagerbewegung“ – wirkt ebenso auf die Nachfrage nach bunten Prints für Hippie-Kostüme ein. Apropos Hippie: Diese Kostüme sind neben Cowboy, Indianer und Vampir, jedes Jahr aufs Neue beliebt und gehören zu den Evergreens. Passend dazu gehören zu den am meisten verkauften Accessoires weiße und schwarze Schminke, Ketten mit dem Peace-Zeichen und die verspiegelte Sonnenbrille, die zu fast jedem Uniformkostüm dazugehört, erklärt Fortmann-Jobke.




Neben Schlager sind auch andere Musikkünstler oder ganze Bands Ideengeber für Verkleidungen. Sah man in den 90ern nicht nur einmal pro Saison Michael Jackson im Moonwalk an sich vorbeisliden, so schaffen es die Bandmitglieder von „Kiss“ immer wieder auf die Fastnachtspartys der Region. „Auch das Kino, Comics und Zeichentrickfilme beeinflussen die Kostüme“, erklärt Fortmann-Jobke. Eiskönigin Elsa ist bei den Kindern nicht mehr wegzudenken und die Charaktere aus den Star Wars-Filmen oder die Helden der Marvel Comics werden bei den Erwachsenen als Kostüme immer beliebter. Und dabei wird auch schon mal gerne viel Geld ausgegeben. „Je definierter und detailreicher das Kostüm, desto mehr kann man natürlich auch ausgeben“, sagt die Fachfrau. So können beispielsweise die Preise für detailgetreue Superhelden-Kostüme schon mal vierstellig werden.


"Auch das Kino, Comics und Zeichentrickfilme beeinflussen die Kostüme"

Harte Kerle und sexy Frauen? Was für Männer die mit Schaumstoff versehenen Muskelkostüme, sind für Frauen vielleicht die knappen Kostüme. Geht der Trend bei Frauen denn zu „sexy“ Kostümen, die immer knapper werden? „Generell hat sich das Körpergefühl der Frauen im Laufe der vergangenen Jahre verändert, was ich toll finde“, sagt sie. Und das habe sie besonders auch bei Kostümen in größeren Größen beobachtet. „Formbetonte Outfits wirken – in jeder Größe – nicht lächerlich“, betont die Fachfrau, die sich darüber freut, dass sich vor allem Kundinnen mehr trauen.


„Es gibt mittlerweile mehr Fastnachtsfans als Muffel“ In der Hauptsaison, die von Anfang Oktober bis Aschermittwoch dauert, und vor allem in den Wochen vor den tollen Tagen kommen bis zu 200 Kunden am Tag, um sich als Pirat, Engel und Co. einkleiden und ausstatten zu lassen. An Wochenenden können es schon mal bis zu 500 Kunden sein, unter ihnen auch viele Gruppen. „Ich glaube, es gibt mittlerweile mehr Fastnachtsfans als Muffel“, sagt Fortmann-Jobke. Sie hat das Geschäft ihrer Eltern übernommen, das vor 65 Jahren zunächst Kinderwägen und Öfen und später dann Fahrräder verkauft hatte. Schritt für Schritt hat sich das Familienunternehmen zu einem echten Treffpunkt für Fastnachtsfans in der Region entwickelt. Kann man bei all den Verkleidungen denn selbst noch ein Fastnachtsfan bleiben? „Auf jeden Fall. Ich verkleide mich sehr gerne. Ich liebe Mottofeten und habe nach all den Jahren nicht den Spaß am Verkleiden verloren“, sagt sie. Und ihr Lieblingskostüm? „Der Vampir. Er ist und bleibt seit Jahrzehnten beliebt.“


"Der Vampir ist und bleibt seit Jahrzehnten beliebt"

Waren sie vor 20 Jahren noch „allein auf weiter Flur“, so gibt es seit einigen Jahren viele Mitbewerber, denn die Nachfrage nach Kostümen – auch außerhalb der Fastnacht – steige im Allgemeinen, erklärt sie. So zählt das Sortiment mittlerweile 5000 Kostüme für Erwachsene sowie 2000 bis 3000 Verkleidungen für Kinder. Und dabei bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Wenn es ein Wunschkostüm nicht fertig zu kaufen gibt, dann wird es aus den zahlreichen Accessoires mit fachmännischer Unterstützung zusammengestellt, sagt die Fachfrau, die Wert auf die Details legt. „Ein Kostüm wird durch die Accessoires erst perfektioniert, wie Handschuhe, Schminke, Überstiefel, Krone …“, zählt sie auf.


Verkleidungen zwischen Aschermittwoch und dem 11.11.

Von Aschermittwoch bis kurz vor Halloween wird es im Bürstädter Kostümierungsgeschäft ruhiger. Die Nebensaison nutzen Fortmann-Jobke und ihre Familie dazu, um sich über Trends und Neuheiten zu informieren. Dann reisen sie zu den Showrooms der Importeure ins italienische Mailand oder auch nach Holland und kaufen Ware ein. Hersteller besuchen sie zum Beispiel in Spanien, nahe Alicante. Aber welche Verkleidungen sind in den Monaten zwischen Aschermittwoch und dem 11.11. gefragt? „Auch da gibt es viele Verkleidungswünsche. Die Nachfrage gibt es das ganze Jahr über. Silvester, Mottopartys, Junggesellenabschiede, Laienschauspielgruppen, WM- oder EM-Ereignisse – die Liste ist lang“, zählt Fortmann-Jobke auf. Einen Grund zum Verkleiden gibt es also immer.


Mehr Informationen gibt es unter www.mascerade.com

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