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  • Laura

Halsbandsittiche in HD

die kleinen grünen Exoten am Neckar! Ich werde es nie vergessen, als mich vor 8 Jahren eine Freundin aus NRW besuchte und wir am Heidelberger Hauptbahnhof zusammen raus sind und sie erstaunt in die Bäume schaute und fragte „Laura… Sitzen da grüne Vögel im Baum?“. Und ja. Tatsächlich sitzen am Heidelberger Hauptbahnhof in den Bäumen grüne Vögel – Halsbandsittiche, um genau zu sein - und schreien rum.


Ich bin geboren und aufgewachsen in Heidelberg, für mich gehören die kleinen Papageien zum Stadtbild dazu, wie das Schloss und der Seifenblasen-Bär in der Fußgängerzone, daher hatte ich das Ganze noch nie wirklich hinterfragt.


Es handelt sich um Populationen des Halsbandssittiches (Psittacula krameri), welcher sich in Heidelberg als invasive Spezies im 20. Jahrhundert angesiedelt hat. Vor mehr als 2000 Jahren brachte Alexander der Große den Vogel von Asien nach Griechenland, wo er sich langsam als Neozoon (nichtheimische Tierarten in neuen Gebieten) in unseren Breitengraden durchgesetzt hat. 1972 wurden die ersten freilebenden Populationen bei uns in Heidelberg gesichtet und haben sich seitdem am Neckar verbreitet wie kaum wo anders.


Der Halsbandsittich kommt ursprünglich aus Mittel-Afrika und Indien, doch konnte er sich an das Wetter in Deutschland rasch gewöhnen und hat hier auch vielerlei an neuen Nahrungsquellen gefunden. Die Tiere leben das ganze Jahr über in den Städten, da dort im Winter das Klima deutlich wärmer ist als außerhalb, und überwintern in ihren selbstgebauten Höhlen und Nistkästen.

Zwar sind die kleinen Papageien hübsch anzusehen und etwas Exotisches fürs Auge, jedoch bringt die Verbreitung der Tiere auch Negatives mit sich, denn sie haben das Potenzial, native Spezies zu verdrängen und damit einen Schaden in der Flora und Fauna der Regionen anzurichten.


Seit mehreren Jahren werden daher die Populationen der Halsbandsittiche genau überwacht und fleißig gezählt, wie viele neue Tiere geboren werden. Ebenso werden auch die heimischen Vogelarten überwacht, ob sich dort Änderungen einstellen. Momentan geht noch keine konkrete Gefahr von den Vögeln aus, daher dürfen sie weiterhin in Heidelberg und Umgebung brüten und ihre Jungen aufziehen.


Falls ihr also das nächste Mal nach Heidelberg kommt, schaut doch mal in die Bäume, dann werdet ihr die Tierchen sicherlich sehen. Zu überhören sind sie kaum, da sie, wie es typisch für die Papageien ist, gerne schreien und weniger zwitschern wie unsere heimischen Vögel.

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