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"Hauptsache eine Arbeit mit Tieren"

„Ich wollte schon immer was mit Tieren lernen. Egal ob Tierarzthelferin oder Tierpflegerin. Hauptsache eine Arbeit mit Tieren.“ Das sagt die 22-jährige Julia aus Heidelberg. Sie hat eine Ausbildung als Tierarzthelferin gemacht, arbeitet mittlerweile allerdings nicht mehr in diesem Beruf. Was ihr am meisten Spaß gemacht und warum sie sich trotzdem anders entschieden hat, erfahrt ihr in diesem Interview.

Wie hast du dir diesen Beruf als Kind vorgestellt?

„Nicht so blutig. Als Kind dachte ich, dass man mehr mit den Tieren an sich zu tun hat. Also der ganze Hintergrund dieses Berufes war mir unklar, die ganze harte körperliche Arbeit wie zum Beispiel den ganzen Tag nur zu stehen und zu laufen, viel Schweres zu tragen wie die Futtersäcke oder die Tiere, wenn sie in Narkose liegen. Manchmal haben wir einen 50-Kilogramm-Hund, den ich tragen muss. Das alles geht sehr auf den Rücken.“


Was hat dir an deinem Beruf am meisten Spaß gemacht?

„Am meisten Freude haben mir die Tiere bereitet, die zum Beispiel nach einem langen Leidensweg dank unserer Hilfe wieder gesund aus der Praxis laufen konnten. Man hatte jeden einzelnen Tag das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Auch die Arbeit im Labor fand ich immer toll. Dazu hatten wir oft Baby-Kaninchen oder Baby-Katzen, die wir aufgepäppelt haben, die Flasche geben und fit bekommen mussten.“


Wie sah dein Arbeitsalltag aus?

„Es gibt unterschiedliche Bereiche wie z.B. OP, Station, Empfang, Labor. Die Arbeitstage waren meistens sehr lang. Um halb 8 begann der Arbeitstag. Vormittags hatten wir immer die OPs. Da durfte ich dann auch mitoperieren oder die OP-Überwachung machen. Wenn es gut gelaufen ist, hatte ich gegen 13 Uhr meine Mittagspause für zwei bis zweieinhalb Stunden. Nachmittags ging es dann weiter mit der Sprechstunde. Bei jedem Tierarzt war eine Helferin, eine andere saß am Empfang und eine im Labor. Das hat sich dann immer abgewechselt. Wenn kein Notfall dazwischen gekommen ist, hatte ich gegen 20 Uhr Feierabend. Es gab allerdings auch Tage, an denen bin ich erst um 23 oder sogar gegen 0 Uhr nach Haus gegangen. Meistens in der stressigen Zeit, der Sommerzeit, wenn es heiß ist. Oder dann im Winter, wenn es richtig kalt ist. Bei den Tieren ist das ähnlich wie bei den Menschen. Wenn es starke Unterschiede der Temperatur gibt oder extrem warm oder extrem heiß ist, geht’s den Tieren nicht so gut. An solchen Tagen wurde dann die Mittagspause auch durchgearbeitet.“


Was war das Herausforderndste an deinem Job?

„Das Einschläfern der Tiere und dazu die traurigen Gesichter der Besitzer.“


Wie wird man Tierarzthelferin?

„Durch eine duale Berufsausbildung, die 3 Jahre geht. Am Ende hat man dann eine mündliche Prüfung (diese läuft über die Tierärztekammer) und eine schriftliche Prüfung.“


Was würdest du jemandem raten, der diesen Beruf auch machen möchte?

„Dass es gut überlegt sein sollte. Leider hat man wenig Freizeit, viel Arbeit und viel Stress. Aber an sich ist es ein schöner Beruf für Menschen mit einem Herz für Tiere und starkem Durchhaltevermögen.“


Was machst du mittlerweile?

„Mittlerweile arbeite ich nicht mehr als Tierarzthelferin. Das hatte mehrere Gründe: Leider war meine Chefin ein Grund meines Gehens, dazu kamen dann die Arbeitszeiten – man hat nichts mehr von seinem Tag gehabt. Durch die lange Pause ging der ganze Tag verloren. Oft musste ich auch samstags arbeiten. Und wie das Klischee es auch sagt: Wegen des Gehalts. Für die körperliche Arbeit, die man dort jeden Tag leistet, ist das Gehalt sehr schlecht. Trotzdem tut man etwas Gutes und das tut auch einem selbst gut!“


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