Bengel_Logo2.png
  • Gast

Hier steppen die Pinguine

Steppen, der Kulttanz der 20er-Jahre. Doch auch heute ist dieser Sport noch sehr beliebt und auch relativ weit verbreitet. Zum 100-jährigen Jubiläum der 1920er haben wir euch ein paar Fakten zum Thema Steppen erstellt, sowie ein Interview mit einer Stepperin der Penguin Tappers geführt.


Zunächst etwas Allgemeines zum Themen Steppen. Im 19. Jahrhundert entstand die Tanzart, bei der man mit Hilfe von kleinen Metallplatten an den Schuhen rhythmische Klänge zur Musik erzeugt. Anfangs war dieser Sport eine reine Männerdomäne, die hauptsächlich bei Shows am Broadway in New York oder im Varieté-Theater auftraten. Mit der Zeit wurde der Sport aber immer bekannter und beliebter und auch einige Frauen wagten sich an diesen Tanzstil heran.


Mittlerweile ist dieser Sport nicht mehr reine Männersache, weshalb man immer mehr weibliche Tänzerinnen in Stepp-Vereinen findet.


So auch die 16-jährige Neele aus Abtsteinach, die nun mehr seit acht Jahren bei den Penguin Tappers in Hemsbach tanzt und regelmäßig an der Weltmeisterschaft, sowie der Deutschen Meisterschaft im Steppen teilnimmt. Sie tanzt bei den Junioren 1 (dort kann man ab einem Alter von zwölf Jahren tanzen).


Die "Junioren 1" der Penguin Tappers nehmen an Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften teil.

Wie viele Leute seid ihr im Training?

Neele: „Wir sind momentan 26. Bei der Meisterschaft dürfen bei einer Formation allerdings nur 24 teilnehmen, daher werden vor der Meisterschaft leider noch ein paar Leute auf die Ersatzbank geschickt. Nebenbei tanze ich noch in der Small Group, da sind wir sieben Tänzerinnen.”


Wie läuft ein Training bei euch ab?

Neele: „Wir beginnen mit dem Aufwärmen. Da wir hauptsächlich unsere Füße brauchen, machen wir verschiedene Übungen, um die Füße aufzuwärmen. Danach machen wir meist noch Krafttraining und trainieren auch unsere Bauchmuskeln, weil die wichtig sind, damit wir auch Spannung im Körper haben. Wenn wir damit fertig sind, beginnen wir mit dem Üben verschiedener Schritte sowie dem Verbessern unserer Technik.”


Wie oft trainiert ihr in der Woche?

Neele: „Meistens zweimal die Woche, vor einer Meisterschaft aber auch drei- bis viermal in der Woche, für jeweils etwa zwei Stunden.”


Wie lange dauert es, bis eure Choreo sitzt?

Neele: „Da wir nur für das eine Ziel, nämlich die Weltmeisterschaft in Riesa, trainieren, dauert es so etwa ein dreiviertel Jahr, bis unsere Choreo sitzt. Zwischen der Deutschen Meisterschaft und der Weltmeisterschaft werden aber manchmal noch ein paar Schritte geändert, daher ist die Finalchoreo meist ein paar Wochen vor der Weltmeisterschaft erst richtig fertig.”


Wie ist das so, bei einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, obwohl man im Vergleich zu den anderen Teilnehmern eigentlich nur ein kleiner Verein ist?

Neele: „Es ist wirklich jedes Jahr wieder sehr beeindruckend. An meiner ersten Weltmeisterschaft war ich erst acht Jahre alt und die ganzen neuen Eindrücke haben mich wirklich überwältigt. Ich war sehr überrascht, dass die Nationalhymnen gespielt und die Flaggen der verschiedenen Nationen aufgehängt werden. Natürlich ist es auch spannend, zu sehen, wie die anderen Nationen so tanzen. Die Konkurrenz ist natürlich enorm, da viele Nationen, die teilnehmen, eigene Stepp-Akademien besitzen und gegen diese Länder ist es natürlich schwer, mitzuhalten. Dennoch sind wir eigentlich sehr erfolgreich, was einen natürlich freut und stolz macht, da wir ja nur dafür trainieren. Umso enttäuschender ist es, wenn wir den erhofften Erfolg nicht einfahren, da fließen dann manchmal auch die Tränen. Desto größer ist dann natürlich auch der Ehrgeiz für das nächste Jahr.”


Was war dein/euer größter Erfolg und wie hast du dich dabei gefühlt?

Neele: „2015 als wir Vize Weltmeister wurden. Das wurden wir mit der Schülerformation "Night before Christmas". Außerdem 2018, dort haben wir mit allen Tänzern von allen Altersgruppen (insgesamt 80 Leute) "Das Dschungelbuch" getanzt und sind 3. Platz bei der Weltmeisterschaft geworden. Aber allgemein schätze ich auch die ganzen Deutschen Meistertitel sehr und freue mich sehr darüber, da man ja auch viel Arbeit in so eine Choreo steckt und dafür dann belohnt wird.”


Ihr tragt ja beim Steppen immer schöne Kostüme. Wer besorgt die eigentlich und sind die dann nur für einen Auftritt?

Neele: „Es gibt immer eine oder mehrere "Kostüm-Mamas", die sich darum kümmern und die Sachen raussuchen und gegebenenfalls die Kleider enger nähen oder noch ein paar Steinchen aufkleben. Die Trainerin sagt immer, in welche Richtung das gehen soll und daher sind die "Kostüm-Mamas" immer in Absprache mit der Trainerin. Allgemein müssen wir die Kostüme selbst bezahlen. Diese tragen wir dann meistens eigentlich nur für die Bühne, also nur für die WM oder die Deutsche Meisterschaft, was etwas schade ist. Aber der Verein versucht, die Kosten für die Kostüme gering zu halten, daher ist es manchmal so, dass man von älteren ein Kostüm bekommt und daran nur ein paar Kleinigkeiten ändern muss.”


Gibt es irgendwelche Nachteile beim Steppen?

Neele: „Ich muss ehrlich sagen, dass es für mich persönlich keine Nachteile gibt. Klar ist das Training manchmal anstrengend, aber man hat ja auch ein klares Ziel, wofür man trainiert und das motiviert einen immer. Außerdem gibt einem der Verein auch so viel mit, verschiedene Workshops und das Training allgemein sind wirklich super und wir bekommen eine tolle tänzerische Ausbildung.”

Steppen ist wirklich eine interessante Sportart - und ja, Tanzen ist eine Sportart. Für die, die jetzt Lust aufs Tanzen bekommen haben, haben wir noch ein paar Grundschritte zum Ausprobieren für euch zu Hause:




Shuffle: unbelasteten Vorderfuß vor und zurück über den Boden schleifen.


Toe: Auftippen mit der Fußspitze.


Step: Belasteter Schritt auf den Fußballen.



Und wer lieber zuguckt, kann Neele und ihre Gruppe demnächst in Michelstadt und Hemsbach sehen. Am 20. September 2020 findet die Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft in der Hans-Michel-Halle in Hemsbach statt und dort kann man einfach vorbei kommen und zugucken. Außerdem kann man bei der Deutschen Meisterschaft am 25. und 26. September 2020, in Michelstadt, zugucken und auch andere Stepp-Vereine sehen. Dafür braucht man ein Ticket, was man im Internet besorgen kann.


Hier findet ihr den Kontakt zu den Penguin Tappers.


Von Emily Marneth


  • facebook_blau
  • instagram_blau
  • spotify_blau

[B]ENGEL

leute. lifestyle. leben.

[B]ENGEL.BLOG ist ein Produkt der DiesbachMedien GmbH in Weinheim.

Impressum     Datenschutz     Mediadaten