Bengel_Logo2.png
  • Gast

Hilfe für Vögel, Igel, Rehe und Co.

Wer eine verletzte Katze oder einen streunenden Hund findet, weiß, an wen er sich wenden muss: an das örtliche Tierheim. Doch was passiert mit verletzten Vögeln oder Wildtieren, wie Reh, Igel und Co.? Auf diese Frage weiß sicherlich nicht jeder eine Antwort.

Was ihr tun müsst, lest ihr im nachfolgenden Beitrag.


Eine erste Hilfe bietet hier der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit einer interaktiven Karte auf seiner Webseite, auf der Pflege- und Auffangstationen für Vögel und Säugetiere in ganz Deutschland angezeigt werden.


Wer auf das Symbol einer Auffangstation klickt, bekommt nähere Informationen über diese Station - mitsamt Kontaktdaten.


Viele dieser Auffangstationen werden von ehrenamtlichen Tierschützern betrieben, die sich in ihrer Freizeit um die verletzten Tiere kümmern. So auch Manfred Heisinger aus Wahlen, das ist ein Ortsteil der Gemeinde Grasellenbach. Er betreibt privat - bei sich zu Hause -, zusammen mit seinem Bruder, Fritz Heisinger, eine Auffangstation für Vögel.


Offizielle Vogelauffangstation in Wahlen


Bei einem exklusiven Gespräch erzählt Fritz Heisinger, wie alles angefangen hat: Die Brüder hatten schon immer Greifvögel bei sich zu Hause, die Pflege und der Umgang mit ihnen ist ihre Leidenschaft. Als eines Tages jemand mit einem verletzten Greifvogel vorbei kam, ist Manfred Heisinger auf die Idee gekommen, eine offizielle Vogelauffangstation zu eröffnen. Das war vor über 20 Jahren, so lange betreibt er mit der Hilfe seines Bruders die Auffangstation.


"Wenn man einen verletzten Vogel findet, sollte man mit ihm erst einmal zum Tierarzt."

"Wenn man einen verletzten Vogel findet, sollte man mit ihm erst einmal zum Tierarzt", rät Fritz Heisinger. Die Tierärzte in der Umgebung kennen ihn und seinen Bruder und benachrichtigen sie nach einer ersten Diagnose des Vogels. Anfangs (und heute auch noch hauptsächlich) waren es nur Greifvögel, mittlerweile nimmt Manfred Heisinger auch Singvögel auf. Die Vögel bleiben je nach Verletzung und Zustand unterschiedlich lang bei den Heisingers, durchschnittlich geht es einem Vogel jedoch nach rund vier bis fünf Wochen wieder so gut, dass er ausgewildert werden kann.


Momentan ist es wieder ruhig geworden in der Vogelauffangstation, denn gerade vor Kurzem konnte Manfred Heisinger eine handvoll Turmfalken auswildern. Jetzt hat er wieder Platz für neue Vögel. Die Anzahl der Vögel in der Auffangstation variiert oft, „mal sind es zehn, da ist es dann ein bisschen voller, mal sind es nur drei“, berichtet Fritz Heisinger. Doch auch, wenn es mal voller ist, nehmen sich die beiden Brüder gemeinsam Zeit für die Tiere und pflegen sie gesund.


Es gibt jedoch nicht nur die Heisingers in der Umgebung, sondern auch die Vogelpflegestation Lautertal und die Wildtierhilfe Odenwald.


Was tun, wenn ein Wildtier vors Auto rennt?


Doch was, wenn ein Wildtier vors Auto rennt? Das und weitere Einblicke in seine Arbeit erklärt uns Wald-Michelbachs Revierförster Stefan Aßmann.



Ein Revierförster ist in erster Linie zur Fürsorge für den Wald zuständig. Das heißt konkret, er beschäftigt sich hauptsächlich mit Waldentwicklung und Waldbewirtschaftung, also der Baumpflanzung und der Baumfällung. Aber auch für die Schadensabwendung ist ein Revierförster zuständig. So hat er beispielsweise die Vermehrung des Borkenwaldkäfers oder die Ausbreitung einer Infektion bei dem Tierbestand im Blick.


Als Revierförster steht Stefan Aßmann mit Auffangstationen in Kontakt und gibt ihnen Bescheid, wenn er zum Beispiel einen verletzten Greifvogel findet. Die Auffangstationen kontaktieren ihn wiederum, wenn sie von einem mit einer Krankheit infizierten Tier in seinem Gebiet erfahren. Doch nicht nur die Auffangstationen kontaktieren ihn, wöchentlich bekommt er mehrere Anrufe von Menschen, die ein verletztes Tier gefunden oder sogar selbst angefahren haben.


"Bei einem Wildunfall sollte immer zuerst die Polizei verständigt werden."

Dafür, erklärt Stefan Aßmann, ist er jedoch meist nicht der richtige Ansprechpartner. "Bei einem Wildunfall sollte immer zuerst die Polizei verständigt werden, denn die führt ein Verzeichnis über die zuständigen Jagdpächter und kontaktiert diese dann auch."


Ganz besonders wichtig ist es außerdem, dem verletzten Tier nicht zu nahe zu kommen. Denn verletzte Tiere geraten in Panik und können dadurch gefährlich werden.


Falls ihr bei einem eurer Waldspaziergänge ein verletztes Tier findet, solltet ihr euch ebenfalls nicht zu nahe an das Tier begeben. Um den Fund dem örtlichen Tierschutzverein oder dem Jagdpächter am besten zu schildern, solltet ihr den Standort markieren, dies könnt ihr ganz einfach per WhatsApp tun.


Von Tamara Buzdumovic

  • facebook_blau
  • instagram_blau
  • spotify_blau

[B]ENGEL

leute. lifestyle. leben.

[B]ENGEL.BLOG ist ein Produkt der DiesbachMedien GmbH in Weinheim.

Impressum     Datenschutz     Mediadaten