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In sauberes Wasser fließt viel Arbeit – Besuch in der Kläranlage

Was eine Jeanshose, Spielsachen oder Essensreste gemeinsam haben? Sie alle landeten schon in der Kläranlage in Flockenbusch, einem kleinen Ortsteil der Gemeinde Wald-Michelbach. Was das mit dem Plastikmüll in den Weltmeeren zu tun hat, zeigt folgender Blogeintrag.


Wer die Toilette benutzt, sich duscht, Wäsche wäscht oder die Spülmaschine anschmeißt, macht sich vielleicht nicht immer Gedanken darüber, was mit dem schmutzigen Wasser passiert. Doch dazu gehört weit mehr, als man denkt: Damit es gereinigt wird, muss das Wasser in der Kläranlage einen langen Kreislauf durchfließen.



Wenn es an der Kläranlage ankommt und über die sogenannten Schnecken durch die Rechenanlage transportiert wird, ist es überraschend klar. Nur vereinzelnd fallen weiße papierartige Rückstände auf, die an den Wänden kleben. „Wenn die Menschen das in die Toilette werfen würden, was eigentlich hineingehört, hätten wir an der Rechenanlage weniger Arbeit und Dreck“, sagt Ruven Dobner. Der 27-Jährige ist Betriebsleiter des Abwasserverbandes Überwald.


Was darf in die Toilette – und was nicht?


Doch was darf überhaupt über Toilette, Waschbecken und Co. entsorgt werden? „Alles, was sich zersetzt“, erklärt Dobner. Fäkalien und Toilettenpapier sind kein Problem; Hygieneartikel, Kleidung oder Essensreste schon. „Wir hatten hier schon alles“, sagt er kopfschüttelnd. Von einer Jeanshose, T-Shirts, Spielsachen, Nudeln bis hin zu Farbresten, Benzin oder haufenweise Bananenschalen. „Dadurch können die Pumpen verstopfen und so eine Störung verursachen.“



Auch feuchtes Toilettenpapier ist nichts für das WC, sondern gehört in den Mülleimer. Der Grund: Die Fasern zersetzen sich nicht. So kommen alleine in Flockenbusch 50 Tonnen an Materialien im Jahr zusammen, die nicht in die Toilette gehören, aus der Kläranlage händisch herausgefischt und dann anderweitig entsorgt werden müssen.


Und wer schon einmal Ratten entdeckt hat, die sich an Gullideckeln tummeln oder in den Abwasserkanälen leben: Auch das ist eine Folge der falschen Müllentsorgung. „Ratten tauchen überall dort auf, wo Essensreste runtergespült werden. Sie ernähren sich nicht von Fäkalien, wie Gerüchte behaupten“, stellt Dobner klar.


Gerade auch das Fett, das zum Kochen genutzt wird, macht der Kläranlage zu schaffen. In der Langsandfang-Anlage setzt sich nicht nur der schwere Sand ab, in einem Parallelbecken wird auch Fett herausgefiltert – pro Jahr 20 Kubikmeter. Dobner rät: Wer beispielsweise Bratwürste brät, sollte das Fett in der Pfanne trocknen lassen, es dann mit Zeitungspapier auswischen und im Hausmüll entsorgen.



Umweltschutz


Als Gewässerschutzbeauftragter liegt dem 27-jährigen Dobner der Umweltschutz besonders am Herzen. Denn der fängt schon im Kleinen an. „Das Problem mit dem Plastikmüll gibt es nicht nur in den Weltmeeren, sondern auch hier bei uns. Je gewissenhafter wir sind, umso besser ist das für die Natur“, erklärt er.





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