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  • Linda

Plogging: Sport treiben und dabei aufräumen

Plastikmüll, leere Zigarettenschachteln, zerknittertes Bonbonpapier: Der Jute-Beutel, den Zaira Fernandez-Caballero beim Joggen mit sich trägt, ist gerade mal zur Hälfte gefüllt. Dabei hat die Weinheimerin noch ein ganzes Stückchen des drei Kilometer langen Weges rund um den Waidsee vor sich. Am Ende hat sie die Strecke vom gröbsten Unrat befreit. „Das Schlimmste sind die Zigarettenstummel. Davon gibt es immer unheimlich viele“, sagt Zaira.


Sie betreibt „Plogging“. Bei der schwedischen Trendsportart sammeln Läufer während des Joggens Müll. Über eine Bloggerin, die „Plogging“ betreibt, hat Zaira von der Idee erfahren. Für den Umweltschutz interessiert sie sich schon länger. Außerdem tut sie nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch ihrem Körper: Durch das abwechselnde Bücken und Laufen bekommt man ganz schön Muskelkater. „Oberschenkel und Hintern tun nach so einer Ploggingstrecke extrem weh“, sagt Zaira lachend. Seit August vergangenen Jahres rennt sie, mit Beuteln und einem Handschuh bewaffne, um den Waidsee und sammelt Müll auf, den anderen liegengelassen haben. „Je nachdem, wie viele Runden ich drehe, kommt einiges zusammen. Heute habe ich nicht viel Zeit, da reicht ein Beutel – denn die Strecke und die Menge an Müll, die dort meist liegt, kenne ich mittlerweile gut. Bislang „ploggt“ Zaira noch allein. Ursprünglich wollte ich mit Kommilitonen während der Semesterferien eine Aktion planen, das ist leider noch nicht zustande gekommen.“


Abfall wandert in den Hausmüll

Durch und durch selbsterklärend ist das Konzept von Plogging nicht: „Man sollte darauf achten, sich rückenschonend zu bücken“, sagt Zaira. Und damit sie auch effektiv sammelt, dreht sie erst einmal eine Runde, bevor es losgeht – quasi zum Warmwerden. Dabei sieht sie schon, an welchen Stellen besonders viel Müll liegt, und sammelt ihn in der nächsten Runde auf. „An solchen Flächen“, sagt Zaira und weist auf einen offenen Platz mit Sitzbank, „liegt so einiges, weil sich die Leute dort abends treffen.“


Mittlerweile sei die Schweinebucht schon gar nicht mal mehr die Stelle mit dem meisten Müll. Das hat auch Zaira überrascht. „Ich schätze, die Stadt Weinheim räumt da regelmäßig auf.“ Je nachdem, wieviel Zaira sammelt, entsorgt sie den Beutelinhalt mit ihrem privaten Hausmüll oder in den öffentlichen Abfalleimern am Waidsee. Und wenn sie im Vorhinein weiß, dass sie eine lange Strecke läuft, auf der es viel Müll gibt, trennt sie das Aufgesammelte auch mal in verschiedenen Beuteln – Glas, Wertstoff, Restmüll. Für Zaira ist Plogging mittlerweile zu einem festen Bestandteil in ihrem Alltag geworden: „Ich gehe schon längst nicht mehr nur joggen.“


Ploggen – der Trend aus Schweden

Der Plogging-Trend erhält seit 2016 immer mehr Anhänger. Der Name setzt sich aus dem Schwedischen „plocka upp“ (aufheben) und Jogging zusammen.

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