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  • Ann-Kathrin

Stadt vs. Land

Gäbe es einen Boxring, dann würde der Boxkampf zwischen den Schwergewichten „Stadt“ und „Land“ in etwa so eingeleitet werden: „In der rechten Ecke steht sie. Die, die niemals schläft. Die, die so viele hinter sich stehen hat. Und die, die so viel zu bieten hat: die Stadt. In der linken Ecke steht es. Das, wo man sich mit Vornamen kennt. Das, auf dem die Freunde Tür an Tür wohnen. Und das, von dem erst alle wegwollen und wenig später wieder zurückkommen: das Land. Let’s get ready to rumble!“


Das Leben in der Stadt und das Leben auf dem Land könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber beide, egal wie groß sie sind, bieten viele Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile.


„Runde 1“: „Wem ghörschd denn du?“

Land: Der große Vorteil auf dem Land ist, dass man sich kennt und das über Generationen hinweg. Fällt ein bestimmtes Stichwort, dann weiß jeder sofort, von wem man erzählt und um was es geht. Für die Landbewohner ist das ganz normal, für Zugezogene (oder auch „Neigeplackte“) kann das anfangs aber recht verwirrend sein. Der Nachteil: Stellst du etwas an, kommst du später nach Hause als vereinbart oder hast einen neuen Schwarm, dann weiß es gleich jeder – und das noch bevor du die eigene Haustür aufgeschlossen hast.


Stadt: In der Stadt hingegen ist es unweigerlich etwas anonymer. Klar, kennt man auch hier seine Nachbarn und sein Viertel. Aber im Großen und Ganzen weiß nicht jeder darüber Bescheid, in welchem Backenzahn du eine Füllung hast, oder andere intime Details – das kann ein Vorteil sein. Anders gesehen, kann man sich durch zu viel Anonymität auch einsam fühlen. Hast du einen traurigen Blick und stehst morgens beim Bäcker in der Schlange, dann spricht dich jemand mit etwas Glück an, was denn los ist. Auf dem Land hingegen wüsste jeder schon Bescheid und du müsstest dich nicht erklären.


Diese Runde endet also unentschieden!



„Runde 2“: Was machen wir am Wochenende? Land: Beim Thema Ausgehmöglichkeiten stinkt das Land gegenüber der Stadt ganz schön ab. Der große Nachteil beim Landleben: Die Anzahl der Restaurants, Cafés, Clubs ist zwar ausreichend zugeschnitten auf die Anzahl der Bevölkerung, viel Auswahl gibt es hier aber nicht. Wer Abwechslung beim Feiern haben will, der muss also in die nächstgrößere Stadt fahren. Ein Vorteil dieser Situation: Sie macht erfinderisch. Passen die Ausgehmöglichkeiten nicht auf das Wunsch-Wochenende, dann wird es passend gemacht.


Stadt: Ob Mottoparty, Theaterabend oder eine Kinonacht: Hier ist für jeden und auch für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Das Angebot ist groß. Der Nachteil: Wer die Wahl hat, hat die Qual und viele Party-Köche verderben den Ausgeh-Brei. Man muss sich auf eine Party einigen, das kostet Zeit und Nerven.


Diese Runde geht an die Stadt!



„Runde 3“: Mittendrin!? Land: Wer auf dem Land wohnt, ist mittendrin im Dorfgeschehen. Aber er kann auch herrlich die Ruhe genießen – auf Waldwegen mit dem Hund, beim Joggen mit der Lieblingsmusik im Ohr oder mit dem Mountainbike, und das alles direkt vor der Haustür. Keiner stört dich, niemand weckt dich nachts durch lautes Grölen auf der Straße. Herrlich! Willst du aber doch mal den Trubel spüren und mittendrin sein, musst du erst einmal ein paar Kilometer in Kauf nehmen.


Stadt: Du machst gefühlt einen Schritt aus dem Haus und bist mittendrin. Geschäfte, öffentliche Verkehrsmittel und Treffpunkte sind alle in greifbarer Nähe. Bequemer geht es kaum. Aber: Willst du mal deine Ruhe haben und hast keine Lust mehr auf graue Häuser und platte Fototapeten mit Waldmotiven zu schauen, sondern möchtest lieber Felder und Wiesen sehen, dann musst du dich erst einmal auf die Reise machen, um in diesem Paradies zu landen.


Diese Runde geht an das Land!

Fazit: Der Boxkampf zwischen „Stadt“ und „Land“ endet nicht mit K.o., sondern unentschieden. Das eine wäre ohne das andere nur halb so schön. Stadt vs. Land – wen würdest du anfeuern?



Bild: unsplash/pablo-garcia-saldana

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