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  • Ann-Kathrin

Wann kommt der Typ auf dem Schimmel?

„Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“… klingt nach Märchen? Ein Happy End wünschen wir uns alle. Aber anders als bei den Grimmschen Märchen müssen wir nicht verloren in einem Turm darauf warten, gefunden zu werden. Was unterscheidet uns Schneewittchen 2.0 von den Grimmschen Vorlagen?


Du hast es tausendmal gehört: Am Ende kommt der Prinz auf seinem weißen Schimmel mit wehendem Haar den Weg entlang geritten und befreit die Prinzessin aus den Fängen einer Hexe oder einer Unruhe stiftenden Stiefmutter. „Und wenn sie nicht gestorben sind“, dann lieben sie sich womöglich noch bis heute. Seit mehreren Jahrhunderten erzählt man sich die Geschichten rund um Schneewittchen, Aschenputtel und Co., die durch ihr märchenhaftes Ende Mädchenaugen zum Strahlen bringen – und das auch noch weit darüber hinaus bis sie längst keine kleinen Mädchen mehr sind. Nun sitzt du da oben zwar nicht in deinem Turm, dafür aber in deinem Dachzimmer, auf dem Balkon oder im Büro im fünften Stock und erinnerst dich an das alte Märchenbuch im Regal – und eben an dieses Happy End und fragst dich: „Wann kommt denn nun der Typ auf dem Schimmel? Ich wäre dann soweit.“ Nein, weit und breit ist keiner zu erkennen, nicht mal da ganz hinten, wo die Autobahn ist. Wann er aufkreuzt? Das wüsste ich auch gerne und kann ich dir daher leider auch nicht sagen. Aber eines ist klar: So viele böse Stiefmütter und Prinzen kann es gar nicht geben, die uns endlich finden sollen. Wie lange willst du also noch da oben sitzen bleiben und warten? Bis dein Haar grau und lang genug ist, dass du selbst an ihm herunterklettern kannst? Vielleicht solltest du dein Märchen neu schreiben.


Das sollten Schneewittchen 2.0 in diesen verhexten Zeiten wissen:

  • Statt weiter von „Es war einmal“ zu träumen, solltest du lieber den Satz „Ich mach‘ jetzt mal“ umsetzen.

  • Du kennst den Prinzen schon, aber er kommt einfach nicht zu dir? Dann geh doch du zu ihm. Das ist nicht romantisch genug? Denke an das Happy End, das du selbst in der Hand hast.

  • In Märchen führt ein Erzähler durch die Geschichte, aber du bist dein eigener Regisseur. Und wer sagt eigentlich, dass nicht auch eine Prinzessin einen Prinzen retten kann?

  • Du willst gar nicht den Prinzen (Schönling, Schulsprecher, Klassenbesten, Bandleader, Mannschaftskapitän)? Auch gut! Dann schnapp dir den Küchenjungen, bevor er eine Ohrfeige einstecken muss, und schreibe das Märchen neu.

  • Bevor du riskierst einen Schuh zu verlieren, schnüre dir die Sneaker. Dann kannst du auch garantiert länger als nur bis Mitternacht tanzen.

  • Bietet dir ein Fremder einen Apfel an, kannst du ihn annehmen. Ich würde ihn vor dem Essen aber vorsichtshalber abwaschen.

  • Bleib‘ trotz aller Freundlichkeit auf der Hut, hinter jeder „Großmutter“ kann sich auch heute noch ein Wolf verstecken. Und: Nicht jeder Prinz ist automatisch der Hauptgewinn. Vielleicht sollte man den Fröschen manchmal doch mehr Beachtung schenken.

  • Lass die Finger von Spindeln. Einen tiefen Schlaf können wir uns nicht leisten, sonst sind womöglich schon alle Prinzen über alle sieben Berge.


Und hier noch ein paar Tipps für die potenziellen Prinzen:

  • Keine Sorge: Wir brauchen kein Pferd, ein Drahtesel tut es auch.

  • Wir brauchen auch keine Kutsche, eine Fahrt auf dem Gepäckträger ist eh viel abenteuerlicher.

  • Du musst in keinem Schloss wohnen, manchmal ist es eh am schönsten mit kleinem Gepäck auf Reisen zu sein.

  • Du möchtest uns vor bösen Stiefmüttern, Hexen oder Betrügern retten? Nur zu, dazu sagen wir nicht Nein.



Bild: unsplash/pawel-furman

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