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  • Anna

Wie funktioniert eigentlich... Foodsharing?

Egal ob Bananen, Blattspinat oder backfrisches Bauernbrot: Allein Deutschlandweit werden jährlich Millionen Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen. Häufig sind die Nahrungsmittel noch genießbar, oft werden sie von Supermärkten und Privatpersonen vor oder direkt bei Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt.


Viele Lebensmittel werden aufgrund der schieren Menge bereits – bevor sie den Verbraucher überhaupt erreichen können – aussortiert. Kriterien hierfür sind beispielsweise kleine Schönheitsfehler wie Dellen oder braune Flecken. Das Auge isst ja bekanntlich mit.


Es gibt eine Möglichkeit, diesem Irrsinn zumindest im privaten Umfeld entgegenzuwirken: Foodsharing. Was genau das ist und wie es funktioniert, erfahrt ihr hier.



Allein in Deutschland gehen pro Jahr über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren, etwa die Hälfte hiervon wäre vermeidbar. Rund 60 Prozent der Verluste entstehen entlang der Wertschöpfungskette vom Produzenten zum Endverbraucher, 40 Prozent in Privathaushalten. Schuld sind häufig unsere Ernährungsgewohnheiten: Es wird zu viel eingekauft, jedoch nicht alles verwertet.

Eines von vielen Beispielen: die Verschwendung von Backwaren. Von rund 4,5 Millionen Tonnen wurden im Jahr 2015 rund 1,7 Millionen Tonnen entsorgt.


Die oben genannten Zahlen hat der WWF ausgegeben, wenn ihr hier klickt, werdet ihr zu dessen Internetseite weitergeleitet, die viele unterschiedliche Artikel zu den Themen Ernährung und Konsum bereitstellt.


Nicht nur das Ausmaß der Verschwendung ist enorm, auch für Klima und Umwelt hat die Überproduktion von Lebensmitteln Folgen. Lebensräume für Flora und Fauna weichen Anbauflächen, alle produzierten Güter müssen von A nach B transportiert werden. Häufig legen sie Tausende von Kilometern zurück.


Nur um im Müll zu landen.

Das ist doch Wahnsinn.



Genug der Kritik, jetzt erkläre ich euch mal, was ihr gegen diese massenhafte Verschwendung tun könnt und wie ihr dabei auch noch einen Haufen Geld spart!


Was ist Foodsharing überhaupt?

Im Endeffekt geht es darum, so viele Lebensmittel wie möglich zu retten. Lebensmittel, die eigentlich noch genießbar sind und sonst im Müll landen würden, werden abgeholt und dann kostenlos an weitere Abnehmer verteilt. Das kann man entweder über einen Verein machen, privat in der eigenen Hausgemeinschaft, mit den Nachbarn oder auf der Arbeit. Auch Unis stellen häufig sogenannte "Fairteiler" auf, in die ihr Lebensmittel, die ihr selbst nicht mehr verbraucht, die aber noch problemlos genießbar sind, legen oder euch bedienen könnt.


Nur eine kleine Auswahl, um zu zeigen, wie viele Lebensmittel alleine beim "Fairteiler", bei dem ich immer meine Lebensmittel abhole, bereitgestellt werden. Alles, was ihr auf den Bildern seht ist "Müll", bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler ist nichts an den Lebensmitteln auszusetzen.


Wie genau funktioniert das Foodsharing?

Es ist ganz einfach: Ihr informiert euch darüber, wo es in eurer Nähe einen Fairteiler gibt, diese sind eigentlich immer frei zugänglich, sodass sich jeder bedienen kann. Eine gute Adresse sind hier die sozialen Medien, es gibt zahlreiche Ortsgruppen, denen ihr ganz unverbindlich beitreten könnt.

Nehmt euch, was und wie viel ihr braucht und verlasst den Fairteiler ordentlich und sauber. Wegen der Hygiene müsst ihr euch keine Gedanken machen, die Leute, die die Schränke (ehrenamtlich!) befüllen, achten auf Sauberkeit und darauf, dass nur Genießbares weitergegeben wird. Ab dem Zeitpunkt, an dem ihr die Lebensmittel an euch genommen habt, seid ihr für sie verantwortlich, könnt also niemanden belangen, wenn etwas doch nicht mehr gut sein sollte.


Ein Beispiel: Wenn ihr beschließt, spontan in Urlaub zu fahren, könnt ihr die Lebensmittel, die ihr bis dahin nicht mehr verbraucht, in einen solchen Schrank stellen, oft stehen sogar Kühlschränke bereit. Bei einem öffentlichen Fairteiler ist es wichtig, dass ihr keine angebrochenen oder bereits verdorbenen Lebensmittel abgebt.


Es gilt die Regel: Nur abgeben, was man selbst noch essen würde!

Wenn ihr euch selbst bei Abholungen in Supermärkten, Bäckereien und Co. beteiligen wollt, ist es ratsam, Mitglied in einem Verein zu werden. Dort erhaltet ihr einen Ausweis, der euch offiziell zu den Lebensmittelabholungen befähigt und auch den Märkten, in denen ihr abholt, die Sicherheit gibt, dass ihr ihre "Gutmütigkeit" nicht missbraucht.


Foodsharing ist absolut legal und ihr müsst euch, um mitzumachen, nicht durch die Mülltonnen von Supermärkten und Lokalen wühlen. Mit dem teils umstrittenen "Containern" hat es also nichts zu tun, das wissen viele nicht. Deswegen werde ich manchmal komisch angeschaut, wenn ich davon erzähle. Umso wichtiger ist es also, darüber aufzuklären.


Was ist die Intention dahinter?

Gerade Ältere verstehen die eigentliche Intention des Foodsharing nicht, viele lehnen es ab und sagen: "Warum sollte ich das machen, wenn ich mir auch die frischen Sachen aus dem Supermarkt kaufen kann?"

Gegenfrage: "Warum die Sachen aus dem Supermarkt kaufen, wenn Lebensmittel, die noch genießbar sind und sonst weggeworfen werden würden, kostenlos zur Verfügung gestellt werden?"


Es geht hier nicht um Bedürftigkeit. Sondern darum, sich gegen unsere Wegwerfgesellschaft zu stellen.

Es ist nicht nur nicht okay, dass so viel Essen im Müll landet. Es ist respektlos gegenüber den Erzeugern und der Natur.


Foodsharing ist ein super Ansatz. Noch besser wäre es natürlich, wenn es solche Essensretter gar nicht brauchen würde, weil nur so viel produziert würde, wie tatsächlich verbraucht werden kann.

Davon sind wir aber noch sehr weit entfernt. Und so lange so viel Essen achtlos entsorgt wird, werde ich weiter "Müll" essen.


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[B]ENGEL

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