Bengel_Logo2.png
  • Leonie

Wie neugeboren durch Kurzzeitfasten?



5 Grundregeln des Fastens

1. Nichts essen – für eine, zwei oder mehrere Wochen.

2. Nur trinken – mehr als der Durst verlangt.

3. Alles weglassen, was nicht lebensnotwenig ist (Alkohol, Nikotin, Kaffee, Zucker).

4. Sich vom Alltag und unnötigen Stress lösen.

5. Regelmäßige Darmentleerung.


Ich habe mich dazu entschlossen, 5 Tage auf feste Nahrung zu verzichten, um meinem Körper etwas Gutes zu tun. Die Absicht, Kilos zu verlieren, hatte ich nicht, da ich nicht unbedingt kräftig gebaut bin. Anders, als in den Grundregeln des Fastens benannt, habe ich mir für das Fasten keinen Urlaub genommen. Der aktive Alltag und die Arbeit haben mich etwas mehr vom Wunsch nach Essen abgelenkt. Aber natürlich war ich trotzdem vielen Versuchungen ausgesetzt.

Was ich in den 5 Tagen zu mir genommen habe:

· Am 1. Tag 1 Glas Sauerkrautsaft, um die Verdauung anzuregen.

· Am 3. Tag 1 Glas Wasser mit Bittersalz (bitte vor Gebrauch, Dosierung auf der Packungsbeilage achten).

· Am Aufbautag den Magen nicht überlasten und langsam an die Nahrung gewöhnen. D. h. Gedämpftes Gemüse,

getrocknetes/gekochtes Obst, Knäckebrot etc.

· Jeden Mittag: 250 ml Obst- oder Gemüsesaft. Den Saft im besten Fall selbst pressen oder im Biomarkt besorgen.

· Jeden Abend: 250 ml Gemüsebrühe. Gemüse nach Wahl in einem großen Topf weichkochen und im Anschluss durch ein Sieb drücken. Ich habe Lauch, Karotten und Kartoffeln verwendet.

· Über den Tag verteilt 2,5 bis 3 Liter Wasser oder Tee.


Meine Fastenzeit

Alles fing am frühen Morgen mit einem Glas Sauerkrautsaft am Küchentisch an, der die Verdauung anregen soll. Tage zuvor habe ich das ganze noch auf die leichte Schulter genommen. Aber jetzt muss ich es ja leider wirklich durchziehen. Dieser Sauerkrautsaft war eines der unappetitlichsten Gebräue, die ich je getrunken habe – mein Lieblingsgericht Sauerkraut mit Schupfnudeln wäre mir dann doch lieber gewesen. Der erste Tag war ein Kampf gegen den Hunger und das laute Bauchgrummeln. Was mich an diesem Tag nicht mehr losließ, war der Geschmack des Sauerkrautsaftes, der dann aber endlich mit dem Geschmack der abendlichen Gemüsebrühe überdeckt werden konnte.


Der nächste Tag startete dann schon besser und auch ohne Sauerkrautsaft, dafür mit reichlich Wasser, was mein Hungergefühl abschwächen ließ. Und auch anders als sonst, kam ich gut aus dem Bett und war voller Tatendrang. Mein Apfel-Mangosaft um 12 Uhr hat mich dann davor gerettet, in die Tastatur zu beißen. Der restliche Tag verlief gut, aber mit ständigem Hungergefühl. Ich war mich nicht sicher, ob ich die 5 Tage durchalten kann. Aber mit einem erneuten Schluck Wasser und einem Spaziergang an der frischen Luft, sah alles schon wieder anders aus.


Der dritte Tag. In meinem Fastenbuch heißt es: „Nach zwei oder drei Tagen ändert sich alles. Das bedeutet mentale Ruhe, Entspannung, Ausgeglichenheit. Zusätzlich wirken jetzt Dopamin und Serotonin mehr, was uns glücklich macht und den Appetit bremst.“ Und so war es, ich fühlte mich besser und ausgeglichener. Und das Hungergefühl war verschwunden, wobei die Lust nach Essen keine Sekunde nachließ.


ENDSPURT!! An meinem vorletzten Fastentag war ich wieder sehr motiviert und hellwach. Es verging aber keine Minute, in der ich nicht an Essen dachte. Ich habe mir sogar eine Liste geschrieben mit Gerichten, die ich essen möchte, sobald ich wieder „darf“. Auch am Abend war ich noch animiert, einiges zu erledigen, was ich sonst nicht von mir kenne. Trotzdem war ich am Ende jedes Tages platt und fiel erschöpft in mein Bett.


Juuuhuuuu, endlich der letzte Fastentag. Meine Stimmungslage war super, wie die vorherigen Tage, vielleicht aber auch, weil es fast geschafft war. Ich konnte es kaum erwarten, am nächsten Morgen ein Knäckebrot zu essen. Leider konnte ich es wirklich nicht abwarten und habe am Abend, bevor ein letztes Mal die Gemüsebrühe auf mich wartete, ein Knäckebrot mir Frischkäse gegessen. SHAME ON ME. Aber es war lecker! Und trotzdem war ich stolz.


Fazit

Ich hätte nicht gedacht, dass diese 5 Tage so hart werden würden. Die Lust nach Essen hat mich von Anfang bis Ende nicht

losgelassen. Es war auch schwer, meinen Kollegen zuzuschauen, wie sie ihr Mittagessen genossen. Mein Saft konnte da nicht mithalten. Und die Brühe am Abend hing mir nach 3 Tagen auch zum Hals raus. Doch ich war überrascht, wie gut gelaunt und aktiv ich war. Dass meine Familie genauso wie ich, die Woche über verzichtet hatte, hat mich bei Laune gehalten und mir das Ganze um einiges erleichtert. Ich kann das Kurzzeitfasten jedem empfehlen, der seinem Körper einen Neustart gönnen will. Es steckt trotzdem eine ganze Portion Disziplin und Willen dahinter.


Was das Fasten mit dem Körper macht

Obwohl ich keine Diät beabsichtigt hatte, ist es nicht zu vermeiden, abzunehmen. Der Körper muss sich nämlich seine Energie nun von den Fettdepots holen, da ihm sonst keine Kalorien mehr zugeführt werden. Neben den Fettreserven greift der Körper auch das Muskeleiweiß an, weil er durch die ausschließliche Aufnahme von Flüssigkeit kein Eiweiß erhält.

Fasten sollten nur die, die sich für gesund und leistungsfähig halten. Bei einer längeren Fastenzeit sollte man das ganze immer vorher mit dem Hausarzt absprechen.


Selbsthilfe der Natur

Was ich mir durch das Fasten erhoffe? In erster Linie positive Auswirkungen auf chronisch entzündliche Erkrankungen, allergische Erkrankungen mit genetischer Veranlagung und mehr Bewusstsein für das, was man isst. Auch ist das Fasten eines der wenigen, erfolgreichen biologischen Entgiftungsmittel in einer schadstoffbelasteten Umwelt. Als kleine Hilfe hatte ich ein Buch meiner Mutter an meiner Seite, das mich Schritt für Schritt durch die Fastenwoche führte. In diesem Buch steht auch, dass man am besten in einer Gruppe mit Gleichgesinnten fastet. Glücklicherweise hat sich meine Familie auch dazu entschlossen, mit mir zusammen zu fasten. Das hat die Sache einfacher gemacht.



  • facebook_blau
  • instagram_blau
  • spotify_blau

[B]ENGEL

leute. lifestyle. leben.

[B]ENGEL.BLOG ist ein Produkt der DiesbachMedien GmbH in Weinheim.

Impressum     Datenschutz     Mediadaten