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  • Theresa

Zeit statt Zeug: Schenken in der Konsumgesellschaft

Im Grunde genommen sind Geschenke ja etwas Schönes. Wenn man sie aber gar nicht braucht, schon hat oder sowieso nie wollte, werden aus gut gemeinten Päckchen schnell unliebsame Staubfänger − oder sie landen direkt in der Tonne. Jahr für Jahr verbrauchen wir so eine Menge Resourcen, die wir hätten einsparen können, und sammeln Krempel, den wir nicht brauchen. Eine Agentur aus Wiesbaden hat die Lösung.


Gut gemeint ist nicht gut gemacht: Das gilt leider auch beim Schenken. Der Schal trifft nicht den Geschmack, das Buch steht bereits im Regal und noch mehr Pralinen kann sowieso niemand essen. Statt eine Freude zu sein, werden die Geschenke zur Last − in die noch dazu viele Rohstoffe geflossen sind.


Um der Verschwendung etwas entgegenzusetzen, hatte die Wiesbadener Agentur Scholz & Volkmer schon 2012 eine Idee: Zeit schenken statt Zeug. Auf der Homepage www.zeit-statt-zeug.de hat sie einen "Online-Shop" eingerichtet. Dort kann man allerdings keine Päckchen bestellen, sondern Gutscheine verschicken. "Wandern statt Wein" heißt einer, "Fußballspielen statt Konsole" ein anderer. Damit das Geschenk auch wirklich umgesetzt wird, kann man direkt einen Terminvorschlag mitschicken. Der Beschenkte erhält den Gutschein dann per Mail. Die Idee: In der Konsumgesellschaft haben fast alle zu wenig Zeit − ein besonders kostbares Gut also, mit dem man lieben Menschen wirklich eine Freude machen kann.


Findet ihr eine gute Idee? Dann bastelt für eure Lieben doch einfach selbst einen Zeitgutschein. Die besten Ideen, wofür genau ihr die Zeit verschenken könntet, gibt es hier bei (B)ENGEL, noch mehr Inspiration bei Scholz & Volkmer. Das Tolle: Viele der Geschenkideen kosten nichts oder ganz wenig, nur ein bisschen Zeit natürlich. Und ihr könnt die Liste mit euren eigenen Ideen erweitern.



Reparieren statt Neukaufen


Liegt im Trend, braucht aber ein bisschen Können: Verschenke eine Reparatur. Ob die Bremse am Fahrrad, die stumpfen Küchenmesser oder der tropfende Wasserhahn − such dir einfach etwas aus, mit dem du dich ein bisschen auskennst und das der Beschenkte schon längst mal richten wollte.









Stricken, Häkeln oder Nähen beibringen statt Pullover


Auch hier ist Können gefragt: Statt einen neuen Pullover zu verschenken, der dem Gegenüber am Ende gar nicht gefällt, bringt euren Freunden und Verwandten doch bei, wie sie selbst einen stricken können. Oder eine Mütze häkeln. Oder eine Schürze nähen. Dann können sie ihr neues Lieblingsteil einfach selbst designen!







Flicken statt Socken


Vielleicht lässt sich das alte Lieblingsteil aber auch noch retten: Im Schal hat sich eine Masche gelöst, die Socke hat ein Loch? Investiert ein paar Minuten oder Stunden und flickt die Lieblingsstücke!












Schrank ausmisten statt Shopping


Für dieses Geschenk braucht man keine besonderen Fähigkeiten: Mistet gemeinsam mit euren Freunden oder Verwandten ihren Schrank aus. Die aussortierten Kleider könnt ihr zur nächsten Kleidertauschparty mitnehmen − da findet ihr auch besonders resourcenschonend neue Klamotten.

























Vorlesen statt Buch


Bücher landen jedes Jahr unter unzähligen Weihnachtsbäumen − nicht jedes Mal treffen sie den Geschmack des Beschenkten. Eine gute Alternative: Lest euren Freunden aus einem eurer Lieblingsbücher vor. Selbst wenn ihr nicht den gleichen Geschmack habt: Bestimmt ist es für euch bereichernd, eure Gedanken zu dem Buch miteinander zu teilen.







Fotos gucken statt Kamera


Auch in ein altes Fotobuch guckt es sich am besten gemeinsam. Viel zu oft verstauben die alten Schnappschüsse im Regal, dabei ist es so schön, gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und etwas über vergangene Reisen, Kindergeburtstage oder Jugendeskapaden des anderen zu erfahren.








Umdekorieren statt neuer Deko


Auch für diese Idee braucht es nicht viel: Anstatt euren Liebsten neue Staubfänger zu schenken, die am Ende doch nur in einer Kiste landen, kramt doch lieber Dekoartikel raus, die ihr sowieso schon habt. Oder stellt gemeinsam die Wohnung um, verpasst der Wand eine neue Farbe oder näht neue Kissen. Auf jeden Fall ein Tipp für Menschen mit Fantasie.





Puppentheater statt Spielzeug


Über dieses Geschenk freuen sich besonders die Kleinen: Statt ein weiteres Kuscheltier zu verschenken, das achtlos in der Ecke landet, veranstaltet für kleine Geschwister, Cousinen oder Cousins ein Puppentheater − gerne mit den Kuscheltieren, die im vergangenen Jahr unterm Baum lagen.










Waldluft statt Parfum


Parfum gehört zu den Klassikern unterm Weihnachtsbaum. Aber Hand auf Herz: Wie viele der Fläschchen, die ihr geschenkt bekommen habt, nutzt ihr wirklich? Und wie oft atmet ihr eigentlich den Duft des Waldes ein? Ladet eine Freundin oder einen Freund nach draußen ein und genießt die Ruhe und die frische Luft in der Natur.







Demonstrieren statt Kaffeekränzchen


Statt bei Kaffee und Kuchen über gesellschaftliche Entwicklungen zu meckern, könntet ihr euch auch selbst für eine Veränderung einsetzen. Dabei könnt ihr gleich die politischen Meinungen eurer Freunde und Verwandten kennenlernen und wirklich ins Gespräch kommen, statt euch am Kaffeetisch verlegen anzuschweigen. Das perfekte Geschenk für die "Generation Greta".





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